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Bericht aus dem Grossen Rat Dank einer Interpellation erfuhren die Ratsmitglieder alles über den brutalen Abschuss eines Flamingos auf dem Flachsee. Zahlreiche andere Punkte standen auf der Traktandenliste. Doch nach der Behandlung von 25 der 37 vorgesehen Geschäften musste Ratspräsidentin Patricia Schreiber die Sitzung aufgrund der fortgeschrittenen Zeit beenden, sodass nicht mehr über das zweite exotische Highlight des Tages debattiert werden konnte: die Einführung eines Wahlfachs „Glück“ an den Aargauer Schulen. Weniger Biodiversität im Grossen Rat Auf die Grossratswahlen 2009 hin war im Aargau der Doppelte Pukelsheim eingeführt worden, weil das Bundesgericht nicht mehr toleriert hätte, wie das alte Wahlgesetz den Volkswillen abbildete. Schon ein Jahr später beantragte nun die FDP eine Änderung und forderte, dass die Parteien in jedem Bezirk zukünftig ein Quorum von 5% erreichen müssen, um ins Parlament einzuziehen. Als Grund nannte Bernhard Scholl (Möhlin) vor allem die Effizienz. Viele kleine Splitterparteien führten mit zahlreichen Vorstössen zu unnötigem Leerlauf. Dem wurde von verschiedner Seite heftig widersprochen. Doch auch das Argument der Grünen, dass Biodiversität auch im Ratssaal zu besseren Entscheiden führe, stach nicht. Die Motion wurde knapp überwiesen. Wohin mit all den Millionen? Damit die Steuerschere zwischen reichen und ärmeren Gemeinden nicht allzu weit aufgeht, gibt es den kantonalen Finanzausgleich. Während ihn die einen speisen, werden andere daraus unterstützt. Dieser Topf ist in den letzten Jahren stark gewachsen, sodass sich jetzt über 280 Millionen Franken darin befinden, was natürlich Begehrlichkeiten weckt. Einer Motion, die reiche Gemeinden für zwei Jahre von Zahlungen befreien wollte, wurde aber erfolgreich entgegengehalten, dass damit die notwendige Solidarität unterlaufen werde. Christoph Riner wollte den Überschuss auf andere Weise reduzieren: der SVP-Politiker aus Zeihen forderte, dass an die finanzschwachen Gemeinden im kommenden Jahr einmalig zusätzliche 35 Millionen Franken ausgeschüttet werden, die sie zur Schuldentilgung einsetzen müssten. Schliesslich zog er seine Motion aber zurück. Regierungsrat Urs Hofmann konnte ihn überzeugen, dass Lösungen in der Pipeline sind, die einerseits das gehortete Geld abbauen und andererseits die Bedürfnisse der Gemeindelandschaft im Kanton langfristig besser berücksichtigen. Aargau will attraktiver Arbeitgeber sein
Der Kanton will für seine Angestellten in
Zukunft ein attraktiver Arbeitgeber sein. Deshalb hat der Regierungsrat
das geltende Lohndekret überarbeitet, was zu zusätzlichen Kosten von 6.1
Millionen führen würde. Ein paar Eckpunkte waren: einmalige
Lohnnebenleistungen, eine zeitliche limitierte Besitzstandsregelung bei
Lohnsenkungen, grosszügigere Dienstalterszulagen sowie die Möglichkeit
eines Mobilitätsbeitrags für Angestellte, die mit dem öV, dem Velo oder zu
Fuss zur Arbeit kommen. Das Dekret für vorzeitige Pensionierungen erfuhr
ein paar von der SP als „mickrig“ bezeichnete Verbesserungen. Da sie fürs
Staatspersonal auf keinen Fall mehr Geld ausgeben will, beantragte die SVP
zweimal Nichteintreten. Beide Dekrete wurden dann trotzdem angenommen.
Allerdings gelang es der Ratsrechten, die Anträge der Regierung noch
zurechtzustutzen. So wurde eine der Dienstalterszulagen gestrichen und
Mitarbeitende können nicht schon mit 58 bei einer einvernehmlichen
Frühpensionierung mit finanzieller Beteiligung des Kantons rechnen,
sondern müssen auch weiterhin bis 60 warten. Das Fricktal kämpft für den Wisenbergtunnel
Schon bald wird eine immer geballtere Ladung
von Güter- und Personenzügen aus halb Mitteleuropa durchs Nadelöhr Basel
in die Schweiz einfallen. Da das lokale Bahnnetz dies nicht schlucken
kann, braucht es einen dritten Juradurchstich – den Wisenbergtunnel. Genau
der ist aber von SBB und Bund kürzlich auf der Prioritätenliste ganz nach
hinten versetzt worden. Das Fricktal würde darunter ganz besonders leiden.
Der lokale Personenverkehr könnte sich kaum noch entwickeln. Deshalb hatte
Roland Agustoni (GLP) ein Postulat eingereicht, in dem er den
Regierungsrat aufforderte, zusammen mit den beiden Basel alle Hebel in
Bewegung zu setzen, damit der Wisenbergtunnel bis 2030 projektreif ist.
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